Aktuelles aus der Gemeinderatssitzung

Einvernehmen der Gemeinde zu Baugesuchen
Als erstes wurde vom Gemeinderat die Gewährung einer Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans „Aitrach-Ortsmitte“ beraten. Der geplante Neubau einer Carportüberdachung auf dem Grundstück Hauptstraße 47 liegt größtenteils außerhalb der festgelegten Baugrenzen. Da diese sehr eng gefasst sind und die Ausnutzung des Grundstückes im Gebiet üblich ist, erteilte der Gemeinderat sein Einvernehmen zu der Befreiung. Über das nächste Baugesuch freute sich der Gemeinderat und erteilte sein Einvernehmen, nachdem dies von einem Gemeinderatsmitglied angeregt wurde. Der Landkreis sieht die Errichtung einer Kreisgrenzenbeschilderung an der Landesstraße bei der Brücke in Ferthofen vor. Als letztes Baugesuch musste der Gemeinderat formal zu dem gemeindlichen Baugesuch der Umnutzung des ehemaligen Schulgebäudes (Südbau) in 2 Gruppenplätze als Provisorium für den Kindergarten Arche Noah auf dem Grundstück Schulstraße 13 das baurechtliche Einvernehmen erteilen, was er natürlich tat. Über das bereits beschlossene Bauvorhaben der Gemeinde selbst wurde bereits ausführlich im Amtsblatt berichtet.

Hochwasserschutz gegenüber der Aitrach – Zustimmung der Gemeinde zur Planung eines Hochwasserdammes
Bereits seit ca. 15 Jahren befasst sich das Land Baden-Württemberg und die Gemeinde mit dem Hochwasserschutz gegenüber der Aitrach. Ziel des Regierungspräsidiums Tübingen, das für die Aitrach als Gewässer I. Ordnung zuständig ist, ist landesweit einen Schutz gegen ein 100-jähriges Hochwasser herzustellen.

Frau Trüb als Vertreterin des Regierungspräsidiums Tübingen, Herr Theoboldt vom beauftragten Ing.-Büro Assfalg-Gaspard+Partner, Bad Waldsee und die Verwaltung stellten nochmals den Werdegang seit der ersten Hochwasserrisikoanalyse im Jahr 2003 zusammen. Die Hochwasserrisikoanalyse im Jahr 2003 stellte Überflutungsflächen eines hundertjährigen Regenereignisses dar, welche eine große bebaute Fläche zwischen Aitrach und Iller auswies. Auf dieser Grundlage wurde eine Vereinbarung mit dem Regierungspräsidium Tübingen abgeschlossen, welche eine Kostenteilung zwischen dem Land mit 70 % und der Gemeinde mit 30 % vorsieht und es wurde darauf basierend eine Planung entworfen. Die Planung wurde aber nie umgesetzt, da die detaillierteren und rechtlich verbindlichen Hochwassergefahrenkarten abgewartet werden sollten, die zwischenzeitlich vorliegen. Die Erwartung, dass sich die Überflutungsflächen im Rahmen der Erstellung der Hochwassergefahrenkarten reduzieren, hat sich bewahrheitet.

Trotzdem sind noch Teilbereiche der Landhausstraße und des Griesweges betroffen. Nach § 78 Wasserhaushaltsgesetz ist unter anderem in Überschwemmungsgebieten die Errichtung oder Erweiterung baulicher Anlagen untersagt, so dass einerseits zum Schutz der Bestandsbebauung und andererseits zur weiteren baulichen Entwicklung auf den Grundstücken ein Hochwasserschutz erforderlich ist.

Die in den Hochwassergefahrenkarten ausgewiesenen Überflutungsflächen

Der Gemeinderat bezweifelte auch auf der neuen Grundlage, ob die Hochwassersituation korrekt dargestellt oder nicht noch immer überdimensioniert ist. Frau Trüb und die Verwaltung stellten dar, dass es sich um eine „worst-case-Betrachtung“ handelt. So ist zum Beispiel keine Versickerung zu Grunde gelegt, da bei einem Frühjahrshochwasser der Boden noch gefroren und nicht sickerfähig sein kann. Des Weiteren ist auch bei Einhaltung eines Freibords ein Wasseraustritt aus der Aitrach angesetzt, das heißt bereits ab einem gewissen Wasserspiegel noch unter dem Damm der Aitrach wird ein Hochwasserfall angenommen, da die Erfahrung gezeigt hat, dass der obere Bereich des Dammes oft bricht oder weggeschwemmt wird. Des Weiteren stellte die Verwaltung dar, dass in den betroffenen Bereichen quasi ein faktisches Bauverbot herrscht, so dass auch aus rechtlicher Sicht die Hochwassergefahrenkarten als Grundlage der Planung herangezogen werden müssen. Die Verwaltung freute sich aber, dass im Rahmen des mehrjährigen Prozesses eine wesentliche Reduzierung der prognostizierten Überschwemmungsflächen erreicht werden konnte.

Die Planung auf Grundlage der Hochwassergefahrenkarten sieht nun vor westlich der Landhausstraße von dem neuen Fußweg aus dem Baugebiet „An der Kirche“ heraus einen Damm auf den Flurstücken 151 und 151/1 zu ziehen und anschließend den bestehenden Feldweg Richtung Norden als Damm zu erhöhen und auszubilden. Die hydraulischen Berechnungen des Büros Fugro Consult GmbH vom Januar 2017 haben ergeben, dass durch einen Damm in diesem Bereich die Bestandsbebauung geschützt werden kann. Die vorläufige Kostenschätzung geht von Herstellungskosten von ca. 110.000 € aus.

Die Planung für den Hochwasserdamm zum Schutz der Landhausstraße und des Griesweges

Zusätzlich hat die Gemeinde die im Eigeninteresse liegenden Maßnahmen zu tragen. Insbesondere handelt es sich hierbei um Maßnahmen zum Schutz des Kanalnetzes vor eindringendem Hochwasser. Nach einer ersten Einschätzung müssen hierzu ca. 15 tagwasserdichte Schachtabdeckungen hergestellt werden, wozu mit Kosten von ca. 15.000 € gerechnet wird. Im Haushalt 2017 sind 50.000 € für den gemeindlichen Anteil an den Hochwasserschutzmaßnahmen vorgesehen, gegebenenfalls müssten die Maßnahmen zum Schutz des Kanalnetzes vor einem Zulauf des Hochwassers im Haushalt 2018 nachfinanziert werden.

Die Verwaltung stellte dar, dass eine Kostenbeteiligung der geschützten Grundstückseigentümer über den Erlass einer Satzung möglich ist, aber wegen der Gleichbehandlung darauf verzichtet werden soll. Auch beim Bau eines Hochwasserdammes in Mooshausen erfolgte keine Beteiligung der Anwohner.

Die Verwaltung wies der Vollständigkeit noch darauf, dass zum Schutz des im Anschluss an die Landhausstraße im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Neubaugebiets der Damm noch weiter gezogen werden müsste, was aus technischer Sicht machbar ist, allerdings müsste im Rahmen eine bauleitplanerischen Verfahrens geklärt werden, inwieweit eine Ausnahme nach § 78 WHG für die Neuausweisung eines neuen Baugebietes im Überschwemmungsgebiet von der zuständigen Behörde erteilt werden kann.

Des Weiteren seien auch noch 2 bis 3 Gebäude in der Austraße geringfügig tangiert nach den Hochwassergefahrenkarten. Hier soll vor Ort geschaut werden, ob ein Objektschutz erforderlich ist. Gegebenenfalls hat das Regierungspräsidium signalisiert, dass den betroffenen Grundstückseigentümern hierzu ein Zuschuss gewährt werden kann.

Aus Sicht des Gemeinderates konnte nun mit der wesentlich reduzierten Planung ein Stand erreicht werden, der als angemessen betrachtet werden kann und die rechtlichen Auswirkungen der Hochwassergefahrenkarten berücksichtigt. Der Gemeinderat stimmte daher der Planung für die Hochwasserschutzmaßnahmen gegenüber der Aitrach zu und beschloss einen Beitrag von den Grundstückseigentümern nicht zu erheben.

Das Regierungspräsidium Tübingen wird nun das gesetzliche vorgeschriebene Genehmigungsverfahren für die Maßnahme einleiten und hofft, dass die Maßnahme noch in diesem Jahr durchgeführt werden kann.

Einrichtung einer Kinderkrippe als Übergangslösung im Südbau der Schule – Vergabe der Schreinerarbeiten und Ausstattungsgegenstände sowie Sanitärarbeiten
Bei der Fortschreibung des Kindergartenbedarfsplans 2016/2017 dieses Jahr wurde deutlich, dass aufgrund von Zuzügen der bestehende Kindergarten an seine Kapazitätsgrenze kommt. Es wurde festgestellt, dass der Platzbedarf ab dem kommenden Kindergartenjahr im bestehenden Kindergarten Arche Noah nicht mehr sichergestellt werden kann.

Bereits in der Sitzung Ende Mai stellte das Architekturbüro „roterpunkt architekten“ die Übergangslösung im Südbau vor. Nun stellte die Verwaltung den konkret festgestellten Handlungsbedarf mit Sanitär-, Schreiner-, Maler-, Elektriker-, Bodenlegerarbeiten, Außenanlagen, Möblierung und Ausstattung und Architektenleistungen dar.

Für die Hauptgewerke Sanitär- und Schreinerarbeiten lagen zwischenzeitlich die Angebote vor. Die Reisacher Heizungsbau GmbH, Aitrach legte ein Angebot über 8.347,48 € für den Einbau von Kleinkindertoiletten, Waschtische, Vorrichtung der Küchenanschlüsse, usw. vor. Die Lemmer GmbH & Co. KG, Aitrach legte ein Angebot über 15.064,21 € über Klemmschutz an den Türen, Errichtung eines Podestes, Einbau einer Küche, Kleinkindgarderobe, usw. vor. Da die Angebote beide innerhalb der Kostenschätzung des Architekturbüros lagen, vergab die Gemeinderat die Aufträge an diese Firmen. Mit der Fertigstellung wird bis zum Ende der Sommerferien gerechnet, so dass das Provisorium im September in Betrieb gehen kann.

Zur Finanzierung des Provisoriums in diesem Jahr sollen die im Haushaltsplan veranschlagten Mittel von 50.000 € für den Bahnhofsbereich herangezogen werden, da nach Aussagen der Deutschen Bahn das Grundstück im Jahr 2017 nicht mehr zur Verfügung steht.

Antrag des Gewerbevereins Aitrach über eine Beteiligung an den Kosten des GVA-Kalenders
Der Gewerbeverein Aitrach e.V. (GVA) bringt nun schon seit dem Jahr 2005 einen Info- und Veranstaltungskalender heraus. Bis dahin hat die Gemeinde einen einfach kopierten Veranstaltungskalender herausgebracht, so dass der Kalender des GVA natürlich wesentlich schöner ist und mit den Informationen einen Mehrwert für alle Bürgerinnen und Bürger darstellt.

Die schöne, aber auch aufwendige Gestaltung, kostet aber natürlich auch. So trägt der GVA inzwischen trotz des bisherigen Zuschusses der Gemeinde von 300 € jährlich einen Abmangel von ca. 1.100 €. Daher beschloss der Gemeinderat den Festbetragszuschuss zukünftig auf 750 € zu erhöhen, um die Herausgabe des tollen Kalenders auch weiterhin zu ermöglichen.

Bebauungsplan mit örtlichen Bauvorschriften für den Bereich „Erweiterung Storchengässle“ – Behandlung der Stellungnahmen und Satzungsbeschluss
Der Gemeinderat hatte nach der erfolgten erneuten öffentlichen Auslegung und Beteiligung der Behörden nochmals über die eingegangen Stellungnahmen zu entscheiden und den Satzungsbeschluss zu fassen, um damit der Leutkircher Bank als Erschließungsträger den Baubeginn nach dem Kreisverbandsmusikfest Ende Juli zu ermöglichen.

In seiner Sitzung im April hatte der Gemeinderat auf Grund von Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange, insbesondere des Landratsamtes Ravensburg, nochmals Anpassungen an dem Bebauungsplan vorgenommen, so dass er zu der neuen Fassung nochmals eine Beteiligungsrunde durchführte. Insbesondere wurde damals im Umweltbericht ergänzt, dass ein Winterquartier für Fledermäuse in der Hangkante beim Baugebiet eingerichtet wird.

In der jetzigen Beteiligungsrunde wurden von den Behörden lediglich ihre bisherigen Stellungnahmen bestätigt bzw. ergänzt, so wurde zum Beispiel vom Landratsamt bezüglich des in der angrenzenden Kiesgrube vorhandenen Uhus ergänzt, dass sofern zukünftig Störungen auftreten entsprechende Lenkungsmaßnahmen erforderlich sind und bezüglich der festgesetzten wasserdurchlässigen Beläge, dass die genannten wassergebundenen Beläge nur sehr gering wasserdurchlässig sind und herausgenommen werden sollen. Diese geringfügigen Änderungen wurden vom Büro noch eingearbeitet und vom Gemeinderat bestätigt. Da es sich nur um redaktionelle Änderungen handelt, konnte der Gemeinderat nun auch den Bebauungsplan „Storchengässle – Erweiterung“ als Satzung beschließen. Der Gemeinderat freute sich, dass mit diesem Beschluss nun auch die rechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung des Baugebietes gegeben sind, nachdem schon viele Interessenten auf die Bauplätze warten.

Das beauftragte Büro Sieber wird nun die Planunterlagen abschließend fertig machen und eine zusammenfassende Erklärung hierzu verfassen, so dass der Bebauungsplan dann bekanntgemacht werden kann und damit in Kraft tritt.

Vergabe der Straßennamen im Baugebiet „Erweiterung Storchengässle“
Nach dem Satzungsbeschluss waren für das Baugebiet „Erweiterung Storchengässle“ zwei Straßennamen zu vergeben, um eine auffindbare Zuordnung der Grundstücke zu gewährleisten.

Als Straßennamen wurden von den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten verschiedene Vorschläge aufgeworfen, wie zum Beispiel Vogelnamen, der Begriff „Öschle“ in Bezug auf die Bezeichnung in der Flurkarte, „Am Johannis“ in Bezug auf das angrenzende Bildstöckle, „Am Eiskeller“, da der Stollen in der Hangkante früher als Eiskeller für das im Wappental geschlagene Eis genutzt wurde, „An der Halde“ in Bezug darauf, dass die Kinder wenn sie „rüber“ zum Spielen gehen sich damit verabschieden „Wir gehen in die Halde“ oder auch „An der Kiesgrube“ in Bezug auf die angrenzenden Kiesgruben.

Schnell konzentrierte sich die Diskussion auf die Namen „Öschleweg“, „Am Johannis“ und „Am Eiskeller“. Nach Auskunft des Heimatpflegers Herrn Roth bezieht sich die Bezeichnung „Ösch“ auf die Wiesen am Ortsrand, so dass auf Grund der Lage des Baugebietes der Straßenname „Öschleweg“ als passend empfunden und beschlossen wurde. „Am Johannis“ bezieht sich auf das Bildstöckle an der Hangkante. Auch hierzu hat Herr Heimatpfleger Roth Quellen zur Verfügung gestellt. Früher war in dem Bildstöckle der Hl. Johann Nepomuk aufgestellt, der als Brückenheiliger verehrt wird. Zwar ist hier keine Brücke gestanden, doch wurde der Nepomuk wohl als Zeuge dafür aufgestellt, dass hier einmal ein ansehnliches Gewässer entlang der Hangkante floss. Auf Grund dieses örtlichen Bezuges wurde auch der Straßenname „Am Johannis“ beschlossen, so dass „Am Eiskeller“ letztendlich ausgeschieden ist.

Damit können nun die Erwerber von Grundstücken allen am Bau Beteiligten gleich die Adresse mitteilen.

1. Änderung mit Erweiterung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes „Großflächige Photovoltaikanlage An der Chaussee, 2. Erweiterung“

a) Antrag der Sand- und Kieswerk Aitrach GmbH & Co. KG auf Änderung und Erweiterung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans – Abschluss eines städtebaulichen Vertrages nach § 11 BauGB
Das Sand- und Kieswerk beabsichtigt auf einer Teilfläche des Flurstückes 1401/1 eine Photovoltaikfreiflächenanlage, unter anderem zum Eigenstromverbrauch mit ca. 38 %, zu errichten. Für die Bebauung ist die Aufstellung eines Bebauungsplans mit der gleichzeitigen Änderung des Flächennutzungsplans notwendig. Des Weiteren soll der bestehende Kiesabfuhrweg auf Flurstück 1395 zur Staubfreimachung asphaltiert werden. Das Sand- und Kieswerk hat, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, einen Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit Vorhaben- und Erschließungsplan bei der Gemeinde gestellt, um damit die Voraussetzungen für die Baugenehmigung der geplanten Photovoltaikfreiflächenanlage und die Befestigung des Kiesabfuhrweges zu schaffen. Die Änderung und Erweiterung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans soll für eine ca. 1,15 ha große Fläche erfolgen, wobei die Erweiterungsfläche für die Photovoltaikfreiflächenanlage ca. 4.023 m² beträgt, auf der eine zusätzliche Leistung von ca. 305 KWp installiert werden soll. Der städtebauliche Vertrag beinhaltet die Verpflichtung der Gemeinde ein Verfahren zur Aufstellung eins vorhabenbezogenen Bebauungsplans einzuleiten und durchzuführen, nicht jedoch zu einem bestimmten Ergebnis. Zu gegebener Zeit ist zur eigentlichen Durchführung des Verfahrens ein weiterer Vertrag zu schließen. Der Vorhabenträger verpflichtet sich zur Tragung aller Kosten, insbesondere auch der sich in der Umweltprüfung ergebenden naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen. Da es sich bei der Erweiterungsfläche mit knapp über 4.000 m² um die Ausnutzung der noch offenen „Ecke“ der bestehenden Photovoltaikfreiflächenanlage handelt, gab der Gemeinderat dem Antrag des Sand- und Kieswerkes statt und beauftragte die Verwaltung den diesbezüglichen städtebaulichen Vertrag abzuschließen.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes, der nun in östlicher Richtung bis auf die Breite der bestehenden Anlagen erweitert wird.

b) Aufstellungsbeschluss gemäß § 2 Abs. 1 BauGB mit Fortschreibung des Flächennutzungsplanes sowie Beschluss über die Form der vorgezogenen Bürgerbeteiligung
Nachdem der Gemeinderat dem Vorhaben des Sand- und Kieswerkes grundsätzlich zugestimmt hat, startete er mit dem Aufstellungsbeschluss auch das bauleitplanerische Verfahren hierzu, um die planungsrechtlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen für die Errichtung einer Photovoltaikfreiflächenanlage auf einer Teilfläche des Grundstückes des Sand- und Kieswerkes Flurstück 1401/1 mit einer Leistung von ca. 305 KWp zu schaffen. Hierzu soll das Plangebiet als Sondergebiet Photovoltaik nach § 11 Abs. 1 BauNVO ausgewiesen werden. Des Weiteren soll der bestehende Kiesabfuhrweg auf Flurstück 1395 zur Staubfreimachung asphaltiert werden. Der Gemeinderat beschloss des Weiteren die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung auf Grund der mehreren bisherigen Verfahren in Form einer zweiwöchigen Planauflage mit Gelegenheit zur Äußerung und zur Erörterung der Planung durchgeführt werden. Hierzu wird derzeit der Vorentwurf des Bebauungsplans erarbeitet und zu gegebener Zeit erfolgt eine Bekanntmachung im Amtsblatt über die Planauflage.

Einbau einer Wasserenthärtungsanlage in der Sport- und Mehrzweckhalle
Die Reinigung und Unterhaltung der Duschräume und sanitären Anlagen in der Sport- und Mehrzweckhalle bereiten den Hausmeistern und Putzfrauen immer wieder Probleme und stellen sich als sehr arbeitsintensiv dar. Durch das kalkhaltige Wasser entstehen neben optischen Beeinträchtigungen auch ein stärkerer Wartungsbedarf. So müssen die Duscharmaturen dreimal jährlich komplett gereinigt und entkalkt werden. Nun soll durch den Einbau einer Enthärtungsanlage der Härtegrad reduziert werden. Die Lieferung und den Einbau des Enthärtungs- sowie Dosiergerätes hat die Firma Reisacher, Aitrach, zum Pauschalpreis von netto 8.602,84 € angeboten. Der Verwaltung lag ein weiteres höheres Angebot vor. Hinzu kommen die jährlichen Kosten für die Wartung und das hinzuzugebende Salz in Höhe von ca. 990 €. Diese Kosten liegen allerdings über die Jahre immer noch weit unter den Kosten für den bisherigen Arbeitsaufwand.

Der Gemeinderat erkundigte sich, ob es nicht neuere System ohne die Hinzugabe von Salz gebe, die Verwaltung bestätigte aber, dass diese Systeme immer noch dem Stand der Technik entsprechen und bewährt sind. Der Gemeinderat vergab daher den Auftrag zur Lieferung und Montage einer Wasserenthärtungsanlage an die Firma Reisacher.

Bekanntgaben und Verschiedenes

Neubau eines Ausgedinghauses auf dem Grundstück Oberhausen 6 – geringfügig veränderte Bauvoranfrage
Der Gemeinderat hat bereits in seiner Sitzung im Februar dem Neubau eines Betriebsleiterwohnhauses zugestimmt. Aufgrund der Vorgaben des Landwirtschaftsamtes wurden nun die Abmessungen des Ausgedinghauses etwas reduziert, was der Gemeinderat zustimmend zur Kenntnis nahm.

Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau – Zuschuss zu den Bahnübergangsmaßnahmen aus dem Ausgleichsstock
Die Verwaltung freute sich bekannt geben zu können, dass der Zuschussantrag im Ausgleichsstock zum gemeindlichen Anteil an den Bahnübergangsmaßnahmen im Rahmen der Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau mit 250.000 € in der beantragten Höhe Erfolg hatte. Des Weiteren wird wie bereits berichtet auch im Fördertopf des Landesverkehrsfinanzierungsgesetz extra für diese Maßnahmen eine höhere Förderquote gewährt. Die Verwaltung wird nun die Kreuzungsvereinbarungen für die Bahnübergänge vom Schloßberg bis nach Oberhausen dem Gemeinderat unter Berücksichtigung der verbesserten Förderung nochmals zur Beratung vorlegen.

Breitbandversorgung in der Gemeinde Aitrach – Vergabe der Arbeiten
Die Verwaltung berichtete über das Ergebnis zum Ausbau der Breitbandversorgung. Das Ergebnis war auf Grund der derzeitigen hohen Auslastungen der Betriebe, die solche Arbeiten ausführen, sehr ernüchternd und lag ca. 260.000 € über den Erwartungen. Zwar können teilweise ausgeschriebene Arbeiten entfallen, auf der anderen Seite hat die Gemeinde auch schon vorab investiert und zum Beispiel im Rahmen der Bahnübergangsmaßnahmen in der Haslacher Straße in Mooshausen Leerrohre unter der Bahnlinie hindurch verlegt, so dass die Gemeinde einen Eigenanteil von ca. 533.000 € zu tragen hat, hinzu kommt der Zuschuss des Landes mit ca. 689.000 € um die Gesamtkosten von ca. 1,22 Mio zu stemmen.

Der Gemeinderat war angesichts der Mehrkosten natürlich ebenfalls erschrocken, erachtete aber den Breitbandausbau für zu wichtig für die Zukunft, um auf diesen zu verzichten zu können bzw. diesen langfristig zu schieben, da eine andere Entwicklung der Preise auch nicht absehbar ist. Die Verwaltung stellte dar, dass die Gewerbegebiete Ferthofen, An der Chaussee und der ebenfalls an der Autobahn gelegene Baubetrieb bis auf das Grundstück ans Glasfaser angeschlossen werden sollen, ansonsten werden die Kabelverzweiger angeschlossen und die „letzte Meile“ erfolgt über die bestehenden Kupferleitungen. In Erwartung wesentlich günstiger Preise hatte das beauftragte Ing.-Büro auch in Mooshausen auf einem Teilstück eine weitere Verlegung von Leerrohren für einen zukünftigen Ausbau des Glasfasernetzes bis in Haus vorgesehen, auf diese Maßnahme mit einem Umfang von ca. 18-20.000 € verzichtete der Gemeinderat nun aber angesichts der Kosten. Damit wird auch hier der Ausbaustandard wie in Aitrach mit der Verlegung bis zum Kaberverzweiger umgesetzt. Die Verwaltung berichtete, dass die EnBW nun auch vom Wehr bis zu Burghalde in einem ersten Schritt Kabel verlegt und in diesem Zuge mit die Breitbandleerrohre der Gemeinde. Spätestens im nächsten Jahr will die EnBW dann auch die weiteren Lücken zwischen Aitrach und Mooshausen schließen.

Der Gemeinderat stimmte abschließend der Vergabe der Arbeiten an die Fa. Bauer aus Runding zum Angebotspreis von netto 963.125,79 € zu.

Künftiges Zugangebot im Württembergischen Allgäu
Auf Initiative der Bürgermeister entlang der Allgäubahn wird es mit der Betriesaufnahme des E-Netzes-Allgäu zum Fahrplanwechsel 2021 zwischen Memmingen und Lindau von Montag bis Freitag ein stündliches Zugangebot geben. Bereits ab Dezember 2017 werden von Montag bis Freitag zusätzliche Züge zwischen Memmingen und Leutkirch das Angebot auf einen Stundetakt verdichten, das ab 2021 durchgehend von Memmingen bis Lindau angeboten werden kann. Außerdem wurde im Rahmen der Betriebsaufnahme des E-Netzes die Option verankert schrittweise Nachbestellungen durchführen zu können, so dass mittelfristig mit den bayerischen Partnern der durchgängige Stundentakt auch an den Wochenenden angestrebt wird. Der Gemeinderat freute sich über diese Nachricht nach kontinuierlichen jahrelangen Bemühungen um Verbesserungen des Zugangebots.

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