Das Eschentriebsterben erfordert schnelles Handeln im Gemeindewald "Illergries"

Die Esche ist neben der Buche eine der wichtigsten Laubbaumarten in unserer Region. Im Gemeindewald Aitrach ist sie in den Wäldern entlang der Iller sogar die vorherrschende Baumart im Wald. Seit 10 Jahren breitet sich in Süddeutschland eine Pilzerkrankung mehr und mehr aus. Das sogenannte Eschentriebsterben ist an absterbenden Trieben, vorzeitigem Laubfall und zunehmender Kronenverlichtung zu erkennen. Rasant zugenommen haben an der Esche auch Stamm- und Wurzelfäulen, die ebenfalls auf die Pilzinfektion zurückzuführen sind. Die Standsicherheit der Eschen wird dadurch erheblich eingeschränkt. Die Gefährdung für Waldbesucher, Anlieger und Waldarbeiter nimmt ständig zu. Im kommenden Jahrzehnt ist mit einem großflächigen Absterben der Eschen zu rechnen.

Was tun, wenn die Esche sich verabschiedet? Diese Frage wurde am vergangenen Montag im Gemeinderat ausführlich erörtert. Im Gemeindewald „Illergries“ sind 3 Hektar Wald durch das Eschentriebsterben stark geschädigt. Aufgrund der Gefährdungslage und der Verantwortung der Gemeinde für die Verkehrssicherung ist rasches Handeln angesagt. Die erkrankten Eschen müssen sehr zeitnah eingeschlagen werden. Vorhandene Mischbaumarten werden soweit möglich erhalten. Wo es die Gefährdungslage zulässt, sollen abgestorbene Eschen als Totholz zugunsten des Natur- und Artenschutzes erhalten bleiben. Die Holzerntemaßnahmen sind für den Herbst/Winter 2017 geplant. Der Wald im Illergries wird sich dadurch deutlich verändern.

Auch eine Chance für den Gemeindewald im Illergries Bereits im Frühjahr 2018 sind Neuanpflanzungen vorgesehen. Ziel ist es, einen standortsgerechten und artenreichen Auenwald zu begründen. Wo heute überwiegend Eschen wachsen, werden zukünftig Eichen, Hainbuchen, Ahorne, Linden, Kirschen, Traubenkirschen, Weiden, Birken sowie weitere Baum- und Straucharten für ein vielfältiges Waldbild sorgen. „Eine Chance für den Wald“, wie Revierförster Andreas Kurth sagt. Und ihn treibt noch eine weitere Sorge um. Im Waldrandbereich finden sich zahlreiche Brennholzlager, Zäune, Unterstände und Ablagerungen. Diese müssen in den nächsten Monaten entfernt werden, um die Holzerntemaßnahmen und Neuanpflanzungen überhaupt durchführen zu können.

Informationsveranstaltung zum Eschentriebsterben Zur weiteren Information von betroffenen Anliegern, Waldbesitzern und interessierten Bürgern führt das Forstamt Leutkirch am Freitagnachmittag, 5. Mai 2017 eine Informations-veranstaltung im Illergries durch (siehe Anzeige). Die Veranstaltung ist auch an alle Privatwaldbesitzer gerichtet, die sich für Fragestellungen rund um das Eschentriebsterben interessieren. 

Das Forstamt bietet folgende Informationsveranstaltungen an:

in Aitrach:

Sorgenkind Esche

• Eschentriebsterben: Ursachen, Verlauf, Symptome
• Sichere Waldarbeit bei erhöhtem Risiko
• Was tun, wenn die Eschen sterben?
• Maßnahmen am Beispiel „Gemeindewald Illergries“

Die Veranstaltung findet statt am:

Freitag 05.05.2017; 14:00 Uhr – ca. 16:30 Uhr; Treffpunkt: Aitrach, Wanderparkplatz Illerstraße zwischen Tennisplatz und Campingplatz

in Wangen/Allgäu:

Borkenkäfer im Fichtenwald

• Klimawandel begünstigt Borkenkäfer
• Borkenkäferbefall erkennen
• Vorbeugen ist besser als bekämpfen
• Maßnahmen bei Borkenkäferbefall

Die Veranstaltung findet statt am:

• Samstag 06.05.2017; 9:30 Uhr – ca. 12:00 Uhr; Treffpunkt: Wangen, Waldweg zum Atzenberg (Navi: Erzbergerstraße 59/1)

 Die Veranstaltungen können mit Anfahrtsskizze auch auf der Homepage des Landratsamtes unter www.landkreis-ravensburg.de – Angebote für Privatwaldbesitzer nachgesehen werden.

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