Weihnachtsgruß

Liebe Aitracherinnen und Aitracher,

„s’goht scho weiter“ – dieses ur-allgäuerische Motto hat man im vergangenen Jahr des Öfteren gehört, weil uns die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen im Kindergarten, in der Schule, in vielen wirtschaftlichen Bereichen und auch im persönlichen Leben viel abverlangt haben. Auch konkret in Aitrach waren und sind die Auswirkung, einerseits die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die örtlichen Betriebe und andererseits die Einschränkungen für das gemeinschaftliche Leben, deutlich spürbar. Aber ich glaube ganz ernsthaft, dass die im Dialekt etwas lustig daherkommende Lebenseinstellung bei uns dazu beigetragen hat, dass wir die Krise in vielen Bereichen und auch von den Infektionszahlen im Vergleich gut überstanden haben. Aber so wie wir alle freue ich mich natürlich auch auf ein hoffentlich baldiges normales Leben, in dem wir alle wieder normal unserer Arbeit nachgehen können und uns bei Veranstaltungen treffen, persönlich austauschen und auch mal wieder die Hand reichen können. Trotz allem muss man für die Gemeinde festhalten, dass das Motto „s’goht scho weiter“ zutrifft. Finanziell auch wegen der enormen Unterstützung durch Bund und Land in vielen Bereichen mit Soforthilfen oder beim Ausgleich von Gewerbesteuereinnahmen. Dafür auch ein herzliches Dankeschön an unsere Bundestags- und Landtagsabgeordnete, die die Not der Kommunen gesehen und Abhilfe geschaffen haben.

Bereits vor der Pandemie beschlossen haben wir das neue Raumkonzept für die Grundschule mit zwei zusätzlichen Kindergartenräumlichkeiten und dieses haben wir neben den laufenden Arbeiten in diesem Jahr mit der Planung der Freianlagen weiter verfeinert. Gerade die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig der Lebensraum Kindergarten und Schule für unsere Kinder ist und dass die Entscheidung goldrichtig war diesen Lebensraum neu zu gestalten und weiterzuentwickeln. Dies zeigt auch der Erfolg der sowohl vom Umfang als auch vom Personal ausgebauten Schülerbetreuung, die von den Eltern viel Lob erfährt. Da wir auf Grund dieses Erfolgs schon wieder an Kapazitätsgrenzen stoßen, freuen wir uns auch über das nun begonnene gemeinsame Projekt eines Fitness-Treffs mit dem TSV Aitrach e.V., der ab nächstem Jahr dann vom Verein und tagsüber auch für die Schülerbetreuung genutzt werden kann. Insgesamt haben uns die Diskussionen um die Entwicklung in diesem Bereich gezeigt, welchen Schatz wir mit dem zentral gelegenen Platz um die Halle sowie die Schule und den Kindergarten haben. Dies hat uns in dem Willen bestärkt, dass wir diesen Platz die nächsten Jahre weiter als Treffpunkt für alle Generationen gestalten wollen. Dies wird auch notwendig sein, da Aitrach mit seinen starken Betrieben, z.B. wurden gleich Anfang des Jahres mit dem Beschluss des Bebauungsplanes zur Erweiterung des Gewerbegebiet Ferthofen neue Möglichkeiten geschaffen, sowie dem Wohnraumangebot wie jetzt in der „Neue-Welt-Straße“, weiterhin die Menschen zum „Wohlfühlen zwischen Aitrach und Iller“ einlädt. Die Menschen wollen aber nicht nur hier wohnen und arbeiten, sondern Gemeinschaft erleben, ob in den Vereinen oder bei Veranstaltungen oder eben in lockerer Atmosphäre an einem gemeinsamen Treffpunkt – und wie wichtig diese Begegnungen sind, wissen wir derzeit mehr zu schätzen denn je.

 

Stolz darauf sein können wir auch alle gemeinsam, dass wir unsere Infrastruktur nicht vernachlässigen, die das Leben hier attraktiv macht. Angesichts eines schnell steigenden Anteils der älteren Bevölkerung ist ein wichtiger Baustein die ärztliche Versorgung mit Arzt, Physiotherapie, Apotheke, usw. und nun auch wieder einer Zahnärztin, deren Ansiedlung wir aus dem Förderprogramm LEADER unterstützen konnten. Auch bei der gemeindlichen Infrastruktur gehen wir konsequent den Weg weiter diese in Schuss zu halten und weiterzuentwickeln. Das Thema Breitband haben wir schon für Aitrach und Mooshausen angepackt und auf einen guten Stand gebracht, nun haben wir beschlossen beim Bund und Land Fördermittel für die noch ausstehenden Bereiche Treherz, Oberhausen, usw. zu beantragen, also für Bereiche in denen ohne die Gemeinde nie eine realistische Aussicht auf Glasfaser bestehen würde. Ein Millionenprojekt für die Zukunft, so dass wir auf eine positive Entscheidung der Zuschussgeber hoffen. Aber auch die bestehende Infrastruktur wissen wir zu schätzen und haben beschlossen die jahrzehntealte Hermann-Krum-Straße mit Kanälen, Wasserleitung, Beleuchtung, Straße, usw. zu erneuern, damit das Gewerbe dann wieder für die nächsten Jahrzehnte Ruhe hat. Auch die Brücken am Schmiddisbächle haben wir in diesem Jahr weiter saniert und werden das mit den großen Brücken ins Wappental und mit der Erneuerung der für den Radverkehr so wichtigen Brücke am Wehr in Mooshausen weiterhin tun. Das Rathaus wollen wir, gerade wegen dem wachsenden älteren Bevölkerungsanteil, mit einem Aufzug nachrüsten, was zwar im Bestand aufwändig zu bewältigen, aber unerlässlich ist. Wir haben den schwer in die Jahre gekommen Schulbus durch einen neuen ersetzt und vieles mehr in diesem Jahr auf Vordermann gebracht. In diesem Sinne hat auch die in diesem Jahr erstmalig aufgestellte Bilanz die Erkenntnis gebracht, dass die Gemeinde gut dasteht und das was die Bürgerinnen und Bürger über Jahrzehnte erwirtschaftet haben in einem überdurchschnittlich guten Zustand ist. Das sehen wir alle im Gemeinderat als unsere Aufgabe an, dass wir die gute Infrastruktur erhalten.

Daher hat das Jahr für mich zwei Seiten, einerseits natürlich die Pandemie, aber andererseits auch die Erkenntnis, dass wir trotzdem die Kraft hatten unsere geplanten Projekte durchzuziehen. Diesen Weg wollen wir weitergehen in dem ur- allgäuerischen Sinne „S’goht scho weiter“. Damit es weiter geht, ist aber vor allem eines wichtig: Ihr weiteres Engagement in der Gemeinde und so hoffe ich, dass wir dieses bald wieder gemeinsam mit persönlichen Treffen leben können.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien im Namen des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung ein friedvolles Weihnachtsfest im Familienkreis und für das neue Jahr vor allem Gesundheit - und behalten Sie Ihre Lebensfreude!

Ihr

Thomas Kellenberger
Bürgermeister

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